Donnerstag, 12. März 2020

Der Reitsport in Deutschland und die Muslime * Muslim equestrian situation in germany

Assalamu aleikum,




English version below!

heute möchte ich meine Gedanken zum Thema Reitsport in Deutschland mit euch teilen, aus muslimischer Sicht. Pferde und Reitställe gibt es alhamdulillah nahezu in jedem Dorf und jeder Stadt, und dennoch scheint es meist schwer und unerreichbar, der Traum vom Reiten... Es werden einem so viele Hürden und Steine in den Weg gelegt, dass manch einer den Traum vom Reiten gleich begräbt. Gehen wir von den zwei möglichen Ausgangspositionen der Reiter aus: Man hat ein eigenes Pferd oder man hat kein eigenes Pferd.
Gehört man zu der ersten Gruppe, hat man es in zwei Fällen noch relativ leicht: Man hat genug Geld, Zeit und ein Auto, oder man hat einen eigenen Stall. Dann hat man mit dem "komischen Reitervolk" relativ wenige Berührungspunkte bzw. kann den Stall einfacher wechseln wenn es einem nicht gefällt. Viele Pferdebesitzer sind aber mit ihrem Hobby Pferd immer knapp bei Kasse, haben auch vielleicht nicht immer ein Auto, und sind so in der Stallsuche relativ eingeschränkt. Dazu kommt die mangelnde Kompromissbereitschaft vieler Stallbetreiber. Die Höfe haben viel Platz und viele Wiesen, aber für das Pferd einer Muslima ist dann doch kein Platz mehr frei. Lieber werden zwei freie Boxen als Strohlager benutzt. Und ein Pferd alleine auf eine freie Wiese neben den anderen Pferden stellen weil keine Box mehr frei ist? Nein, das ist unmöglich. Das wäre ja nicht pferdegerecht - die anderen Pferde aber alle in der Box einsperren, das ist in Ordnung. Oder der Pferdebesitzer möchte mehr oder weniger Kraftfutter füttern, nein das geht nicht: Jedes Pferd bekommt das gleiche und basta. Man möchte sein Pferd im Sommer nachts auf der Wiese lassen? Nein, auch das geht nicht. Nicht einmal in Ruhe sein Pferd reiten kann man in manchen Ställen: ständig wird man beobachtet und es wird einem vorgeschrieben, wie man sein Pferd zu behandeln und zu reiten hat. Reitet man es selten, wird einem unterstellt, nicht genug Zeit fürs Pferd zu haben und es zu unterfordern, reitet man oft, ist das arme Pferdchen überlastet. In einigen Ställen nehmen die Lästereien überhand. Hat der Reiter einmal seinen bequemen Stall gefunden, oder vielleicht sogar seinen eigenen, ist es leicht, auf den anderen rumzuhacken, die es nicht so einfach haben. Die aus privaten Gründen eben nicht einfach mal einen anderen Stall suchen können, oder die es schwer haben, einen guten Stall zu finden, wo es Pferd UND Reiter gut geht. Selbst ist man nicht bereit, zu helfen, aber die anderen kritisieren, das können die meisten sehr gut.

Hat man kein eigenes Pferd und möchte Reitstunden nehmen oder auf einem Leihpferd/ einer Reitbeteiligung reiten, hat man es leider auch nicht einfach. Einer Muslima scheint man nicht zuzutrauen, dass sie reiten kann. Dass sie reiten DARF. Denn merke: Eine Muslima muss immer erst ihren Mann fragen, bevor sie den nächsten Atemzug nehmen darf * Ironie aus*. Hat die pferdeliebende Muslima dann endlich eine Reitschule oder ein Pflegepferd gefunden, kommt das nächste Problem: Mit dem Reitrock reitest du aber nicht hier, das ist viel zu gefährlich! Das Pferd könnte sich erschrecken wenn deine langen Kleider flattern! Und überhaupt: mit der weiten Kleidung am Bein und am Oberkörper kann man ja gar nicht sehen, ob du richtig auf dem Pferd sitzt! "
Im Allgemeinen wird muslimischen Frauen so einiges unterstellt, zum Beispiel dass sie kein Geld hätten um das Hobby Pferd zu bezahlen, dass sie mit "diesem Outfit" nicht richtig reiten könnten, und dass sie es sowieso niemals schaffen, irgendetwas im Leben zu erreichen, solange sie ein Kopftuch tragen.

Doch wir erreichen viel. Denn unser Ziel ist nicht das diesseitige Leben, unser Ziel ist das Paradies. Und mit jeder Erschwernis, mit jedem herabwürdigen Spruch von jenen, die uns meiden, mit jedem Stein, der uns in den Weg gelegt wird aufgrund unserer Religion, kommen wir unserem Ziel ein bisschen näher. Denn Allah liebt die Gottesfürchtigen und Allah ist mit den Geduldigen.

Es gibt schöne Ställe, nette tolerante Stallbesitzer und auch freundliche Reitbeteiligungen und Reitschulen. Doch sind diese leider oft in der Minderheit. Gerade als Muslim wird man als Außenseiter behandelt. Man passt eben nicht so gut rein, in die schöne heile Reiterwelt. Eine Muslima will man in Aldi an der Kasse sehen, am Hauptbahnhof, beim Arbeitsamt, als Putzfrau, oder ganz weit weg im Orient. Aber bitte nicht in einem deutschen Reitstall. Da gehört eine Muslima nicht hin. Aber warum denn nicht? Reitende Muslime sind eine ganz kleine Minderheit in diesem Land, noch eine kleinere Minderheit als Muslime allgemein. Und viele Menschen wollen mit Menschen einer anderen Religion, Hautfarbe oder Kultur eben nichts zu tun haben, weil sie in ihnen einen Eindringling sehen, jemanden, der ihnen einen Spiegel vorhält, dass man auch anders leben kann, als sie es gewohnt sind.

Man stelle sich eine Frau vor, nennen wir sie beispielsweise Monika, die einen normalem Bürojob nachgeht, danach in ihren SUV steigt und Richtung Reitstall fährt. Vorbei durch den Stau der Großstadt, vorbei an den vielen Ampeln. Ab und zu sieht sie auf der Straße ein paar Frauen mit langen Gewändern laufen oder Männer mit Bart vor der Moschee stehen. Das ist eine fremde Welt für sie, eine fremde Welt, mit der sie nichts zu tun haben will. Sie fährt weiter auf die Autobahn und nimmt die zweite Ausfahrt Richtung Reitstall. Endlich ist sie am Stall angekommen, wo ihr hübscher Palomino Wallach sicher schon auf sie wartet. Hier kann sie abschalten. Hier kann sie den Alltagsstress hinter sich lassen. Sie steigt aus ihrem Auto aus, betritt die Stallgasse und da ist es. Wie geschockt steht sie da. Wer ist das, diese fremde Frau mit dem langen Kopftuch, mit dem langen grünen Kleid, die an der Box neben ihrem Pferd steht und dem neuen Pferd im Stall Möhren füttert?
Sie sagt erstmal nichts. Bestimmt nur eine Besucherin, die vielleicht Reitstunden nehmen will. So kann sie jedenfalls nicht hier reiten, der Stallbetreiber wird sie sicher ablehnen, denkt Monika und geht zu ihrem Wallach. Die junge Frau mit dem Kopftuch dreht sich um, lächelt sie an, sagt freundlich hallo. Monika antwortet aus Höflichkeit: "hallo, bist du die Pflegerin für unser neues Pferd, das gestern angekommen ist?". Die Frau lacht; "nein das ist mein eigenes Pferd, wir sind gestern erst spät angekommen. Ich bin in diesen Stall umgezogen, weil ihr so eine schöne Reithalle habt. Hier kann ich mit meinem Pferd besser trainieren. Und hier kommen die Pferde auch täglich auf die Weide, nicht so wie in meinem alten Stall..." Monika schluckt. Was macht diese Frau aus dieser fremden Welt hier? Warum ist sie hier?
Da kommt ihre Kollegin Sandra um die Ecke. "Hi Monika, da hast du ja schon unsere Neue kennengelernt. Sie heißt Fatima und hat ein ganz tolles Pferd. Sie ist total nett, ich bin froh, dass sie so einen schönen Stall hier bei uns gefunden hat."

Diese kleine Geschichte dient als Fallbeispiel und steht für viele. Man ist es hier nicht gewohnt, dass Muslime in Milieus eintreten, die vorher nur dem 0815 Deutschen vorbehalten waren. Diese fremde Welt des Islams dringt ein an einem Ort, der von kitschigen Wendy Klischees umgeben ist - und in einem Wendy Heft kommt keine Burka vor. Die Burka ist im Orient, ganz weit weg. Da ist nun diese neue Muslima am Stall, die mit dem Kopftuch. Ob sie nun für einen Besuch kommt, Reitstunden nimmt, ein Pflegepferd hat oder ein eigenes in Pension einstellt, sie ist nun mit dabei, in einer Welt, in der man keine Muslime kannte. Sie reitet gut, trotz ihrer Kleidung, sie nimmt nicht beim Grillfest am Stall teil, weil das Fleisch nicht halal ist, sie übernimmt an Weihnachten und Sylvester den Stalldienst, weil sie sowieso nicht feiert, sie steht in der Scheune beim Strohlager und betet, über ihrem Sattel hängt der Gebetsteppich. Sie redet mit ihrem Pferd auf einer fremden Sprache und das Tier scheint es zu verstehen und sie ruht in sich selbst. Sie lästert nicht über die anderen Reiter, sie denkt immer einen Schritt voraus, sie behält die Ruhe auch ins schwierigen Situationen. Sie raucht nicht im Reiterstübchen und sie trinkt auch kein Bier auf dem Sommerfest. Eigentlich ist sie nur wegen dem Pferd am Stall, verschwendet ihre Zeit nicht mit Lästern, und im Ramadan verschwindet sie spätestens eine halbe Stunde vor der Dunkelheit wieder nach Hause. Dafür ist sie oft früh da, im Sommer, nach dem Morgengebet. Sie ist nicht immer um 16 Uhr am Stall wie die anderen, sie ist "nach Dhuhr" oder "bis Asr" am Reitstall. Im Sommer ist nach Asr dann 19 Uhr, im Winter ist es 15 Uhr. Sie trägt auch eine neue Reithose, aber die kann man nicht sehen, denn die ist unter dem langen Reitrock versteckt. Außer dass ein bisschen Dreck und Stroh ihre Kleider bedeckt, kann man nicht erkennen, dass sie Reiterin ist. Außer an den Stiefeln vielleicht - die zieht sie zum Beten dann aus. Steigt sie auf ihr Pferd, sagt sie nicht Hü sondern Bismillah.

Willkommen in dieser neuen, fremden Welt.
Inmitten dieser Pferdeherde
Egal wie verschieden wir sind, was uns eint in dieser Reiterwelt,
das sind unsere geliebten Pferde,
die uns als Vorbild dienen sollten,
was Toleranz und Respekt angeht.
denn das ist es doch, was wir immer wollten.
Inmitten dieser schönen heilen Reiterwelt
taucht diese Muslimin auf, mit ihrem langem Schleier
und ist dabei, und unser Vorurteil verfällt
sobald sie uns anlächelt
und sagt
Willkommen in meiner Welt!




English version:

Today I would like to share my thoughts on equestrian sports in Germany with you (from a muslim perspective). In almost every village and town there are horses and riding stables, however, the dream of riding seems mostly difficult and  unattainable... Let's start from the two possible starting situations for a rider: you have your own horse or you don't have your own horse.

If you belong to the first group, it is still relatively easy in two cases: you have enough money, time and a car, or you have your own stable. Then you have just a few points of contact with the "weird horsemen" or you can move to another stable more easily if you don't like the first one. However, many horse owners are always short of money with their hobby "horse", and may not always have a car, and are therefore relatively restricted in finding a good stable. In addition, many barn operators are unwilling to compromise. The riding stable may have a lot of stables and pastures, but there is no space left for a Muslim woman's horse. It is better to use two free boxes as straw storage. And put a horse alone on a free meadow next to the other horses because there is no horse box left? No, it is impossible. That would not be horse-friendly - but locking up the other horses in the boxes is okay. Or the horse owner would like to feed more or less hay, no that is not possible: every horse gets the same and thats it. Would you like to leave your horse on the meadow at night in summer? No, that doesn't work either. In some stables you cannot even ride your horse in peace: you are constantly being watched and prescribed how to treat and ride your horse. If you seldom ride it, it is assumed that you do not have enough time for the horse and if you do ride often, the poor horse is overworked.
Nevertheless, there are of course good barns here. Once the rider has found his comfortable stable, or maybe even owns his own, it is easy to bully those who are in trouble in finding a good stable to do riding sport. Some people can't just look for another stable or are having a hard time finding a good stable where horse AND rider are doing well. Some people are not ready to help those who are in need, but are very good at criticizing others.


If you do not have your own horse and would like to take riding lessons or ride a rental horse / riding participation, it is unfortunately not easy. Some people don't seem to be able to trust a Muslim woman to ride a horse. Because: A Muslim  woman always has to ask her husband before she can take the next breath * irony off *. If the horse-loving Muslim woman has finally found a riding school or a care horse, she faces the next problem, people will tell her: "But you are not riding here with a riding skirt, it is far too dangerous! The horse could be startled if your long clothes flutter! And anyway: with the wide clothing on the legs and on the upper body, I can’t see if you’re sitting properly on the horse! "

In general, Muslim women are accused of a lot, for example that they have no money to pay for the hobby horse, that they cannot ride properly with "this outfit", and that they will never be able to achieve anything in their life as long as they are wearing a headscarf.


But we achieve a lot. Because our goal is not this worldly life, our goal is paradise. And with every complication, with every derogatory look, with every stone that is put in our way because of our religion, we are getting a little closer to our goal. Because Allah loves those who fear God and Allah is with the patient ones.


There are beautiful stables, nice tolerant stable owners and friendly riding participations and riding schools here. Unfortunately, these are often in the minority. Especially as a Muslim, you are treated as an outsider. You just do not fit in so well, in the beautiful, intact riding world. People want to see a Muslim woman in the supermarket at the cash register, at the main train station, as a cleaning lady, or very far away in the Orient. But not in a German riding stable. A Muslim woman doesn't belong there. But why not? Riding Muslims are a very small minority in this country, still a smaller minority than Muslims in general. And many people do not want to have anything to do with people of another religion, skin color or culture because they see them as an intruder. They do not want to look in the mirror.

Imagine a woman, let's call her Monika, for example, who normally does her job in an office, then drives in her big car towards the riding stable. Driving past the traffic jams of the big city, past the many traffic lights. From time to time, she sees a couple of women with long robes running on the street or men wearing a beard standing in front of the mosque. It is a strange world for her, a strange world with which she does not want to have anything to do. She continues on the motorway and takes the second exit towards the riding stable. She has finally arrived at the stable, where her handsome palomino gelding is sure to be waiting for her. Here she can switch off. Here she can leave stress and troubles behind. She gets out of her car, enters the barn and there it is. She stands there in shock. Who is this, this strange woman with the long headscarf, with the long green dress, who stands at the stall next to her horse and feeds carrots to the new horse in the stable?

Monika doesn't say anything at first. She is just thinking: This muslim woman is only a visitor who might want to take riding lessons. She can't ride here anyway, the riding instructor will definitely reject her. Suddenly, the young woman with the headscarf turns, smiles at her and says hello in a friendly way. Out of courtesy, Monika replies: "Hello, are you the groom for our new horse that arrived yesterday?" The woman laughs; "No, that's my own horse, we arrived late yesterday. I moved to this stable because you have such a nice riding hall. Here I can train better with my horse. And here the horses can run free on the pasture every day, not like in my old stable ... " Monika does not know what to say. Why is she here? 
Her colleague Sandra comes around the corner. "Hi Monika, you already met our new one. Her name is Fatima and she has a really great horse. She is really nice, I am glad that she found such a nice stable here with us."


This little story is a case example and stands for many. It is not used here for Muslims to enter milieus that were previously reserved only for non-muslims. This strange world of Islam penetrates in a place that is surrounded by kitschy Wendy clichés - and there is no burqa in a Wendy magazine. The burqa is far away in the Orient. There is this new Muslim woman at the stable, the one with the headscarf. Whether she comes for a visit, takes riding lessons, has a care horse or retires her own, she is now there in a world where no Muslims were known. She rides well, despite her clothes, she does not take part at the barbeque party because the meat is not halal, she does the stable work on Christmas and New Year's Eve because she does not celebrate anyway, she stands in the barn and prays. The prayer rug hangs down from her saddle. She talks to her horse in a foreign language and the horse seems to understand her. She doesn't blaspheme about the other riders, she always thinks one step ahead, she keeps calm even in difficult situations. She doesn't smoke and she doesn't drink beer at the summer party. Actually, she is only at the stable because of the horse, does not waste her time with blasphemy, and in Ramadan she disappears at the latest half an hour before sunset. For that she visits the stable often very early in summer, after morning prayer. She is not always at 4pm at the stable like the others, she is "after Dhuhr" or "until Asr" at the riding stable. After Asr in summer it is 7 pm in winter it is 3 pm. She also wears new breeches, but you can't see them because they are hidden under the long riding skirt. She can be identified as a rider just because  a bit of dirt and straw are covering her clothes. And the boots - she takes them off for prayer. If she gets on her horse, she says Bismillah.


Welcome to this new, strange world.
In the middle of this herd of horses
No matter how different we are, what unites us in this equestrian world,
these are our beloved horses,
that should serve as a role model
in terms of tolerance and respect.
because that's what we always wanted.
In the middle of this beautiful, healthy riding world
this muslim woman appears with her long veil
and is there, and our prejudice lapses
as soon as she smiles at us
and says
Welcome to my world!








Dienstag, 7. Januar 2020

Warum Reiten mit Hijab besonders ist...* Riding horses as a hijabi is something special

Assalamu aleikum meine Schwestern, 



Niqabi ganz in weiß auf einem schwarzen Pferd

(English version below!)

ich finde, dass Reiten mit Hijab etwas Besonderes ist. Wir, die reitenden muslimischen bedeckten Frauen, sind etwas Seltenes. Ich merke immer wieder, dass Menschen von Pferden fasziniert werden, und ganz besondere Aufmerksamkeit wird einem gewidmet, wenn man eben nicht dem Klischee entspricht: Für mich ist es normal, mit Kopftuch zu reiten, doch andere, die mich dabei sehen, sind oft erstaunt und finden, dass es etwas Besonderes ist. Und das ist es auch! Warum? 



steigendes geschmücktes Pferd mit Reiterin auf dem Rücken



...
Weil nichts so schön aussieht wie eine Frau die sich verschleiert und ihre Kleider im Wind dahinfliegen während sie galoppiert.
Weil dir jeden Moment bewusst wird, dass Allah die Pferde in perfekter Gestalt erschaffen hat und uns Menschen dienstbar gemacht hat.
Weil diese wundervollen Wesen uns so viel geben können und wir niemals aufhören der Allmacht Allahs zu gedenken wenn wir sie anschauen, mit welcher Anmut sie sich bewegen.. 
Weil eine Reiterin in Hijab auf einem schönen Pferd an die alten Zeiten der Araber erinnert die auf ihren stolzen Pferden durch die Wüste ritten...
Wenn du spürst, dass dein Körper mit dem des Pferdes zusammenzuwachsen scheint und den Atem deines Pferdes spürst wie es sich unter dir bewegt und dir klar wird, dass Allah zu allem die Macht hat... 
Warum Er uns ausgerechnet die Pferde, Esel, Maultiere und Kamele dienstbar gemacht hat und nicht Rehe, Zebras und Kühe zum Reiten auserwählt hat.... 
Weil man sich wunderbar leicht fühlt auf dem Pferd und das Gefühl hat man könnte fliegen und dein Kleid wie große Flügel um das Pferd wehen und du denkst an das Paradies und dass es dort fliegende Pferde aus Rubin geben wird für die gottesfürchtigen Muslime... 




Pferd und Reiterin machen einen Ausflug am Strand - die Kombination dieses Fotos aus schwarzem Pferd, blauem Meer und ganz in weiß gekleideter Muslima sieht einfach wunderschön aus allahumma baarik



Subhanallah, Reiten ist doch etwas Wunderschönes! Wir sollten Allah dafür jeden Tag dankbar sein, dass er uns dies ermöglicht hat, und wenn wir noch nicht reiten, ihn darum bitten, es uns leicht zu machen! 

Dieses wunderschöne Gefühl, wenn man auf einem Pferd reitet, und es fast nur mit seinen Gedanken steuert. Zwei total unterschiedliche Lebewesen, die auf völlig verschiedene Arten kommunizieren, verstehen sich plötzlich. Auf einmal spricht man selbst und das Pferd ein und dieselbe Sprache. Man versteht sich. Jeder spricht auf seine Art, und doch versteht man den anderen, als würde er in seiner Sprache sprechen. Wir Menschen lernen, die Pferde zu verstehen, ihre Sprache zu verstehen... Und auch die Pferde haben gelernt, die Sprache der Menschen zu verstehen. Sie spüren genau, ob wir selbstbewusst sind oder eher schüchtern, und ob wir etwas ernst meinen oder scherzen. Menschen lassen sich schnell von Äußerlichkeiten täuschen. Pferde nicht. Solch große, kraftvolle Wesen bleiben brav still stehen, wenn wir sie satteln, obwohl sie in freier Wildbahn sofort flüchten würden, wenn Ihnen etwas auf dem Rücken liegt ("eine Wildkatze ihnen auf den Rücken springt um sie zu fressen"). Sie lassen sich von uns durch leichteste Bewegungen lenken und tragen uns, wohin wir wollen. 

Und warum? Es ist nicht wegen der Erziehung, der Domestizierung, des Trainings und so weiter... All diese Dinge spielen sicherlich eine Rolle, aber an erster Stelle und vor allem ist es deswegen, weil Allah die Pferde so erschaffen hat. Er hat sie uns dienstbar gemacht, und nur durch seinen Willen sind die Pferde gefügig und zähmbar. 
Ein Pferd, dass seinen Herrn (Allah) kennt, der es erschaffen hat, und eine Dienerin Allahs, eine Muslima, die auf diesem reitet: So eine schöne Verbindung, die einem nur klar werden kann, wenn man seinen Herrn kennt. 

Oh Menschen, denkt darüber nach, wie es sein kann, dass ein so großes starkes Tier, dass euch mit Leichtigkeit töten könnte, sich von euch an einem dünnen Strick führen und reiten lässt? Nur mit Allahs Willen ist dies möglich. Das Reiten auf einem Pferd alleine sollte ausreichen, um den Menschen vom Islam zu überzeugen. So viele Zeichen sind in den Himmeln und auf der Erde, Allah hat uns die ganze Erde und Tiere dienstbar gemacht, wie kann es denn sein, dass wir seine Wohltaten verleugnen?  
Ein gutes, schnelles, gehorsames Pferd ist ein Segen Allahs. 
Oh Allah, segne die Muslime und vergib ihnen und schenke dieser Umma gute Pferde und segne sie! 



English version*:

Assalamu aleykum my beloved sisters,

I think that riding with hijab is something special. We, the riding muslim women, are rare. I keep noticing that people are fascinated by horses, and special attention is given to you if you don't conform to the cliché: it is normal for me to ride with a headscarf, but others who are looking at me are often amazed and think it's something extraordinary. And that's how it is! Why...?
...Because nothing looks as beautiful as a woman who veils herself and her clothes fly in the wind while galloping.
Because at every moment you become aware that Allah created horses in perfect shape and made them obedient to us... Because these wonderful beings can give us so much and we never stop remembering the omnipotence of Allah when we look at them, with what a grace they are moving.
Because a rider in hijab on a beautiful horse recalls the foregone times of the Arabs who rode through the desert on the back of their proud horses ...
When you feel that your body seems to grow together with that of the horse and you feel your horse's breath as it moves beneath you and you realize that Allah has power over everything ...
When you think about why Allah made us use horses, donkeys, mules and camels as riding animals and didn't choose deer, zebras and cows for riding ...Riding with hijab is special because you feel wonderfully light on the horse and you have the feeling that you can fly and your dress flies like big wings around the horse and you think about paradise and that there will be flying horses made out of ruby ​​for the god-fearing Muslims ...

Subhanallah, praise be to Allah: riding is beautiful! We should be thankful to Allah every single day for making this easy for us, and if we are not riding yet, we should ask Him to make it possible for us!
This wonderful feeling when you ride a horse and control it almost entirely with your thoughts. Two totally different creatures that communicate in completely different ways suddenly understand each other. Suddenly, you and the horse speak the same language. Everyone speaks in their own way, and yet one understands the other as if he spoke in his native language. We humans learn to understand the horses, to understand their language ... And the horses have also learned to understand the language of the people. They feel exactly whether we are confident or rather shy, and whether we are serious or just joking. People are so easily fooled by appearances. Horses don't. Such large, powerful beings will stand still when we saddle them, although they would flee in the wild immediately if something were lying on their back ("a wildcat jumps on their back to eat them"). They can be guided by us with the slightest movements and carry us wherever we want.

And why? It's not because of the domestication, training, and so on ... All of these things certainly matter, but first and foremost, it's because Allah created the horses that way. He made them usable, and only by his will are the horses docile and tame.
A horse that knows its master (Allah) who created it and a servant of Allah, a Muslim woman who rides on it: Such a beautiful connection that you can only understand if you know your master.

Oh people, think about how it can be possible that such a big strong animal that could easily kill you will let you guide it just with a pair of reins? This is only possible with Allah's will. Riding a horse alone should be enough to convince people of Islam. So many signs are in the heavens and on earth, Allah has made us the whole earth and animals serviceable, how can it be that we deny his benefits?
A good, fast, obedient horse is a blessing from Allah.

Oh Allah, bless the Muslims and forgive them and give this Ummah good horses and bless them!

*(for translating my texts I use Google Translator and Linguee as a help)









Donnerstag, 5. Dezember 2019

Reiten in der Schwangerschaft

Assalamu aleikum,



Body mit Pferdchen drauf


da einige meiner Leserinnen nicht nur Reiterinnen und Pferdeliebhaberinnen sind, sondern auch Ehefrauen und Mütter, habe ich mich dazu entschlossen, hierzu einen Artikel zu verfassen. Lange habe ich gezögert, diesen Text zu schreiben, da das Thema ja bekanntlich immer sehr polarisiert und hitzig diskutiert wird. Deswegen ist das auch nur mein eigener Erfahrungsbericht und kein Musterbeispiel, ich möchte weder jemanden davon abhalten, zu reiten, noch jemanden dazu anspornen. Ich kann absolut nachvollziehen, wenn man das Reiten in der SS lieber sein lässt.
So, bevor man das Baby hat, ist man bzw frau natürlich erstmal schwanger. Und mit dem positiven Test in der Hand oder auch nur dem Gefühl, schwanger zu sein, kommen einem schon die ersten Gedanken: schwanger, Reiten, Baby - wie mache ich das? Schnell fällt einem dann die Bekannte der Cousine dritten Grades des Schwagers ein, die ihr Pferd direkt verkauft hat, als sie schwanger wurde. Oder die Schwester der Arbeitskollegin, die das ganze erste Jahr nach der Geburt nicht zum Reiten gekommen ist. 
Und bevor man selbst überhaupt seine Gedanken sortiert hat, wird man von Familie und Freunden gleich mit Warnungen und Ratschlägen überhäuft, dass man das Pferd jetzt verkaufen sollte. Sie argumentieren, dass man mit dem Baby eh keine Zeit mehr haben werde, dass man, wenn man in der Schwangerschaft reitet, das Leben des ungeborenen Kindes aufs Spiel setzt, dass Pferde unberechenbar sind und "auch bei einem braven Pferd immer was passieren kann"... Teilweise haben diese Argumente ihre Berechtigung, auf das Reiten möglichst verzichten sollten z.B. Anfängerinnen und Risikoschwangere. Auch sollte man sich in der Schwangerschaft nicht auf "Problempferde" setzen, sich ein neues Pferd zulegen oder intensiven Turniersport betreiben. 
Aber im Normalfall, wenn frau gesund und sportlich ist, ein eigenes braves Pferd oder eine verlässliche Reitbeteiligung hat und schon viele Jahre reitet, spricht eigentlich nichts dagegen, in der Schwangerschaft zu reiten. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Noch ein Vorteil vom Reiten in der Schwangerschaft ist, dass man sich um die Betreuung des Babys keine Gedanken machen muss - es ist gut versorgt in Mamas Bauch. Da kann man die freie Zeit am Stall noch gut nutzen, denn ist das Baby dann da, wird man in den allermeisten Fällen erstmal weniger Zeit am Stall verbringen und muss sich um eine Betreuung für das Baby kümmern, wenn man denn mal reiten möchte. Ich bin froh, dass ich in der Schwangerschaft noch sehr oft, fast täglich, am Stall war. Mit Baby im Schlepptau ist die "Prime Time" am Stall schon deutlich weniger geworden, aber auch das wird mit der Zeit besser in shaa Allah.



Frau in Niqab neben ihrem Pferd - darf ich schwanger noch reiten?


Ich persönlich bin im ersten Trimester der Schwangerschaft ganz normal weitergeritten, aber immer mit dem Hintergedanken, dass gerade das erste Trimester als das gefährlichste gilt, denn hier ist die Rate der Fehlgeburten am höchsten. Auch leichte braune Blutungen können im ersten Trimester durchaus normal sein, dann sollte man mit dem Sport aber eine Weile pausieren oder sich mehr Ruhe gönnen. Bei richtigen Blutungen muss sofort der Arzt aufgesucht werden. Allgemein kann man sich ganz gut auf sein Bauchgefühl verlassen. Wenn man sich beim Reiten nicht gut fühlt, spricht nichts dagegen, eine mehrmonatige Pause einzulegen - das Pferd hat sicher nichts dagegen;-) Und gegen die leichte Übelkeit hilft es, sich einen Snack mit zum Stall zu nehmen. 

Ab dem zweiten Trimester hatte ich das Problem, dass die Reitkleidung am Bauch nicht mehr passte. Eine spezielle Umstandsreithose war mir zu teuer, also habe ich eine günstige Reithose in XXL gekauft (diese hat bis zum achten Monat so gerade noch gepasst, danach ging in punkto Reithose leider gar nichts mehr, und ich bin auf so Art Hippiehosen - siehe Foto - umgestiegen, die oben einen breiten elastischen Bund haben, den ich dann über meinen Bauch gezogen habe). 
Auch einen meiner Reitröcke musste ich opfern und habe ihn bei einer türkischen Schneiderin für 15 Euro im Bund erweitern lassen - eine Investition die sich auf jeden Fall gelohnt hat. War der Rock im fünften Monat noch etwas locker, so war er im neunten dann doch recht eng geworden. 
Bis zum sechsten Monat habe ich beim Reiten keinen Unterschied gemerkt zu vorher, ab dem siebten Monat wurde es zusehends unkomfortabler, aber ich konnte es ja nicht sein lassen. Im Gegenteil, manchmal tat mir diese ruhige Schaukelbewegung auf dem Pferd sehr gut und auch das Baby in meinem Bauch hat dann immer geschlafen. Gerade während des heißen Sommers war mir das Reiten angenehmer als das Laufen. 

Im dritten Trimester rieten mir Familie und Bekannte eindringlich dazu, jetzt aber wirklich und endgültig mit dem Sport aufzuhören und auf das Reiten gänzlich zu verzichten. Ich bin aber trotzdem weiterhin geritten, habe ihnen aber versprochen, nur noch langsam und vorsichtig zu reiten. Auf- und absteigen und generell das Reiten und die Pferdepflege hat mir alhamdulillah kaum Probleme bereitet. Meine Frauenärztin habe ich auch gefragt, ob ich weiterhin reiten dürfte (auch wenn sie nein gesagt hätte, wäre ich bestimmt trotzdem noch vorsichtig geritten, aber ich war mir sicher, dass sie ja sagen würde), und sie hatte keine Einwände (in meinem Fall!). Ich bin im letzten Trimester aber nur noch im Schritt geritten.


Diese Art Hosen habe ich im dritten Trimester unter dem Rock zum Reiten getragen



Nach der Geburt war ich nach etwa 2 Wochen wieder am Stall und bin etwa 6 Wochen nach der Geburt wieder geritten. Das erste Mal auf dem Pferd war ich noch etwas verkrampft, aber schon beim zweiten Mal bin ich so geritten, als wäre nichts gewesen mashallah. Reiten war sozusagen meine Rückbildungsgymnastik. Ich muss dazu sagen, dass ich alhamdulillah eine natürliche Geburt hatte. Frauen mit Kaiserschnitt sollten sich mit dem Sport auf jeden Fall deutlich länger Zeit lassen. 
Die ganze Aufruhr um das Thema schwanger und reiten kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Die Argumente "Sturzgefahr", "Erschütterung" und "Unberechenbarkeit", die dem Reiten immer zugeschrieben werden, kann man problemlos auch auf viele andere alltägliche Dinge übertragen, um die auch kein Drama gemacht wird. Ich soll in der Schwangerschaft nicht reiten? Ja warum eigentlich nicht? Man muss als Schwangere einfach etwas vorsichtiger sein als sonst, thats it. Und das Risiko muss am Ende jeder für sich selbst in Kauf nehmen, ob beim Reiten oder anderswo. Und wenn jemand nicht reiten möchte, kann oder darf, der Arzt es verbietet oder man einfach ein schlechtes Gefühl hat, dann lässt man es eben für die paar Monate bleiben, da wird einem sicher kein Vorwurf gemacht ;-) 



Meine Tipps für schwangere Reiterinnen: 

* immer ausreichend trinken!
* nicht zu viel auf einmal machen (zum Beispiel mit dem Rad zum Stall, dann zwei Stunden reiten und noch drei Boxen ausmisten) Immer schön langsam - denn die Schwangerschaft an sich ist schon eine Art Sport. 
* nur solange reiten, wie man sich gut fühlt
* nur auf vertrauten Pferden reiten
* kein Risiko eingehen (die Schwangerschaft ist nicht der richtige Zeitpunkt, mit dem Pferd die neue Geländespringstrecke zu testen!) 
* mit sich selbst und dem Ehemann absprechen und einig sein, was das Reiten betrifft. Wenn das geklärt ist, die fiesen Kommentare von außen einfach ignorieren. 
* eine Schwangerschaft ist zwar manchmal etwas anstrengend, aber noch lange keine Krankheit. Man darf also auf sein Bauchgefühl vertrauen. 
* Dont panic! Schwanger sein ist was ganz natürliches und schönes, lasst euch von niemandem die Freude daran nehmen, es wird alles gut in shaa Allah



Ein paar Links zum Thema: 

https://verwandert.de/reiten-in-der-schwangerschaft/

https://www.mein-pferd.de/besser-reiten/reiten-in-der-schwangerschaft/

https://claudia-scheler.com/7-tipps-reiten-in-der-schwangerschaft/

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sport-schwangerschaft-1.1085435










Mittwoch, 4. Dezember 2019

Wer bin ich? * Who am I?

Assalamu aleikum,



Mein Pferd allahumma baarik und ich * my horse and I

einige Fragen bekomme ich von euch öfter gestellt, hier möchte ich nun ein paar beantworten. Bitte habt Verständnis dafür, dass ich nicht auf jede Frage antworte oder ins Detail gehe - auch ich lege Wert auf meine Privatsphäre;-) Vielleicht ändern sich meine Meinungen mit der Zeit, aber das ist zumindest der aktuelle Stand. 

Sometimes I get some questions from you more often, here I would like to answer a few of it. Please understand that I do not answer every question or go into detail - I also value my privacy ;-) Maybe my opinions will change over time, but that is at least the current status now. English version below.

Wann bist du konvertiert, und seit wann trägst du Hijab? 
Ich bin aus voller Überzeugung zum Islam konvertiert, als ich 16 Jahre alt war. Fast zeitgleich habe ich dann auch angefangen, Hijab zu tragen. 

Wie lange hast du dein Pferd schon? 
Ich habe mein Pferd alhamdulillah seit fast 10 Jahren, ich sage immer mein Pferd war der beste Reitlehrer den ich je hatte;-)

Wie und wo hast du reiten gelernt? 
Ich saß schon als kleines Kind auf dem Pferd, richtig angefangen habe ich mit sechs Jahren. Von da an bin ich sechs Jahre lang in verschiedenen Reitschulen geritten, Englisch und Western. Als ich dann mein eigenes Pferd bekam, habe ich die ersten Jahre noch Unterricht von verschiedenen Reitlehrern und Trainern bekommen. Ansonsten mein Motto: Learning by doing!

Wo wohnst du? 
In Deutschland, zurzeit in NRW. Ich habe aber auch schon in anderen Bundesländern gelebt, und mal schauen wo die Reise noch hingeht. Hauptsache das Pferd kommt mit:-) 

Wie kamst du auf die Idee, einen Blog zu erstellen? 
Ich glaube, mein Mann hatte die Idee. Ich habe mir sehr eine muslimische Freundin gewünscht, mit der ich mich über mein Hobby austauschen kann. Auch wollte ich wissen, ob es noch andere reitende Muslimas gibt und meine Tipps und Erfahrungen weitergeben. So kam die Idee zum Blog. 


Warum zeigst du keine Gesichter auf den Fotos? 
Ich beziehe meine Bilder teilweise aus dem Internet und bearbeite sie. Teils habe ich die Bilder aber auch selber gemacht. Grundsätzlich möchte ich ungerne Fotos von mir oder anderen Schwestern veröffentlichen, auf denen man klar erkennbar ist. Auch wenn ich selber Hijab und kein Niqab trage, ist es trotzdem nicht der Sinn des Hijab, sich hübsch und öffentlich auf Fotos zu präsentieren, gerade im Internet weiß man nie wer so unterwegs ist und sich die Fotos anguckt. Ich möchte auf Nummer sicher gehen. 

Möchtest du auswandern, nimmst du dein Pferd dann mit?
Es sollte das Ziel eines jeden Muslims sein, in einem islamischen Land zu leben. Auch ich wünsche mir, dass es eines Tages soweit ist, da ich mich in meiner Heimat Deutschland einfach nicht mehr wohlfühle. Grundsätzlich habe ich schon geplant, mein Pferd mitzunehmen, aber das kommt auch auf die Zeit und das Land dann später an. Darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist und werde euch selbstverständlich daran teilhaben lassen in shaa Allah.  


*English version*: 

When did you convert and how long have you been wearing hijab?
I converted to Islam through my own conviction when I was 16 years old. I started wearing hijab almost at the same time.


How long do you own your horse?
I have had my horse alhamdulillah for almost 10 years, I always say that my horse was the best riding instructor I have ever had ;-)


How and where did you learn to ride?
The first time on horseback was when I was a small child, I really started to learn riding when I was six years old. From then on I rode in different riding schools for six years, both English and Western style. When I got my own horse, I got lessons from various riding instructors and trainers for the first few years. Otherwise is my motto: Learning by doing!


Where do you live?
Currently in Germany and we will see where the journey  will lead in the future. The important thing is that the horse comes with us :-)



How did you get the idea to create a blog?
I think my husband got the idea. I wanted a Muslim friend with whom I can talk about my favourite hobby - horses. I also wanted to know if there are other riding Muslims and share my tips and experiences. So the idea came to the blog.




Why don't you show faces in the photos?
I get some of my pictures from the Internet and edit them. Sometimes I took the pictures myself. Basically, I don't want to publish photos of myself or other sisters that clearly identify you. Even if I wear a hijab myself and not a niqab, it is still not the purpose of the hijab to present yourself beautifully and publicly in photos, especially on the Internet where everybody can take a look. I want to play it safe.


Do you want to emigrate, do you take your horse with you?
It should be the goal of every Muslim to live in an Islamic society. I also hope that one day it will happen because I just don't feel comfortable in my home country Germany. Basically, I have already planned to take my horse with me, but that also depends on the time and the country where we will go... I will keep you in the loop in shaa Allah.



Montag, 18. November 2019

Trage ich den Hijab freiwillig? *Am I wearing the headscarf by choice?

Assalamu aleikum,



Frau mit rotem Kopftuch schaut auf ein dösendes Kutschpferd


(English version below)

wenn man als Muslima in diesem Land unterwegs ist, kommt man um so manche Fragestellung nicht herum. Vor Kurzem war es wieder einmal so weit. Ich kam gerade am Stall an und wollte meinen Sattel holen, als eine ältere Dame an den Paddocks vorbeiging und  direkt auf mich zukam und mir ihre Meinung über das Kopftuch kundtat - mit Fragen so ähnlich wie: 
"Sie sind aber keine Irakerin, Syrerin oder so? Sie sind Deutsche? Werden Sie von ihrem Freund dazu gezwungen? Ist er Araber? Tragen Sie das freiwillig? Die meisten werden ja dazu gezwungen, das Kopftuch anzuziehen!"

Das sind diese Art von Fragen, die eigentlich keine Fragen sind, sondern Aussagen. Aussagen, die zeigen, dass derjenige sein Bild über dich bereits in seinem Kopf festgelegt hat. Egal wie du antwortest, dein Gegenüber wird sich meist in seiner Meinung bestätigt fühlen. Abgesehen davon, dass man solche persönlichen Fragen einfach nicht von mehr oder weniger fremden Menschen hören möchte. 
Gut, ich habe aber trotzdem die üblichen Antworten gegeben:
"Ja, ich bin Deutsche, ja ich bin verheiratet, aber das Kopftuch trage ich schon seit lange vor der Heirat... und nein, es ist genau andersherum: Nicht die Frauen werden dazu gezwungen das Kopftuch anzuziehen, sondern die, die es tragen wollen, werden dazu gezwungen, es auszuziehen!"  

Ich trage das Kopftuch, weil Allah es mir vorgeschrieben hat, und aus keinem anderen Grund.

Glauben tut mir das natürlich keiner, aber ich bin sicher zumindest diese Frau weiß jetzt, dass zumindest ICH das auch wirklich freiwillig trage, auch wenn sie bestimmt denkt, dass ich nur eine glückliche Ausnahme bin. 
Ich habe dann mein Pferd gesattelt und bin Richtung Wald losmarschiert, als ich sie wieder getroffen habe. Ich habe sie nett gegrüßt und sie hat sich auf mein Nachfragen hin dann auch mal vorgestellt. Dann hat sie noch beobachtet, wie ich aufsteige und in den Wald reite. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, mir besonders viel Mühe zu geben, äußerst elegant mit wehendem Rock aufzusteigen und loszureiten, um noch einmal zu unterstreichen, dass mich meine Kleidung nicht daran hindert, ein schönes Leben zu führen. 



Muslima streichelt ein Pony



Generell ist diese Frage um die Freiwilligkeit des Kopftuchs einfach "out". Mittlerweile müsste doch wohl jeder mitbekommen haben, dass die Frauen es freiwillig tragen. Und der umgekehrte Fall ist ganz klar eine Ausnahme in der heutigen Zeit. Sollten die kopftuchtragenden Frauen nicht auch auf die "westlich gekleideten" Frauen zugehen und fragen, warum sie sich in eine Diät nach der anderen stürzen, um dem Schönheitsideal von GNTM zu entsprechen? Oder warum und für wen sie sich jeden Morgen eine halbe Stunde schminken und die Haare glätten? Oder warum die jungen Mädchen irgendwie alle gleich aussehen - gleiche Klamotten, gleiches Make-Up, gleiche Frisur? Wo bleibt denn da die Freiwilligkeit, wenn einem der Kapitalismus und die Medien vorschreiben wie man auszusehen hat? Was hübsch ist und was nicht? Was zu dick und was zu dünn ist? Die Zeiten und die Mode ändern sich ständig, es lohnt sich nicht, etwas Vergänglichem hinterherzulaufen wie ein Sklave. 

Lieber bin ich ein Diener Allahs als ein Sklave des Satans (der Medien, der Gesellschaft, der Mode...). Bei Allah bin ich schön. Im Islam sollte jede Frau Hijab tragen. Weil sie schön ist. Weil wir Frauen schön sind. Allah hat uns Menschen schön erschaffen und durch den Hijab sind wir geehrt und als freie ehrbare Frauen anerkannt. Und das ist eine Ehre und ein Stolz und keine Erniedrigung. Erniedrigung und Demütigung ist es, sich selbst und seine Erscheinung vom Weg Allahs zu entfernen. Dies ist der wahre Verlust. 



English version: 


Assalamu aleykum, 

if you are traveling as a Muslim in this country, you cannot avoid that people are asking you many questions. It was just recently that it happended to me again. I was just arriving at the stable and was about to get my saddle when an elderly lady walked past the paddocks and came straight up to me and gave me -without being asked- her opinion on the headscarf - with questions like:

"But you are not an Iraqi, Syrian or something? You are German? Are you forced by your boyfriend to do this? Is he Arab? Do you wear this voluntarily? Most women are forced to put on the headscarf, you know this?!"

These are these kinds of questions that are actually not questions, but statements. Statements that show that the person has already defined his picture of you in his head. No matter how you answer, your counterpart will usually feel confirmed in their opinion. Apart from the fact that you simply don't want to hear such personal questions from strangers.
Well, I still gave the usual answers:

"Yes, I am German, yes I am married, but I have been wearing the headscarf for long time before the marriage ... and no, it is the other way around: It is not the case that women are forced to put on the headscarf, but those who wear it are forced to take it off! "

I wear the headscarf because Allah has prescribed it for me and for no other reason.
Nobody believes me, of course, but I'm sure at least this woman now knows that at least I really wear it voluntarily, even if she thinks I'm just a happy exception.
I then saddled my horse and walked towards the forest when I met her again. I greeted her nicely and when I asked about who she is and how she feels, she introduced herself. Then she watched me climb up and ride into the forest. I couldn't miss the effort to go up on the horse in a very elegant manner with a fluttering skirt, to underline once again that my clothes do not prevent me from leading a good life.


Generally this question about the voluntariness of the headscarf is simply "out". By now everyone should have noticed that women wear it voluntarily. And the reverse case is clearly an exception today. Shouldn't the women who are wearing a headscarf approach the "western women" and ask why they are going on a diet after another in order to meet Germany's Next Top Model ideal of beauty? Or why and for whom they put on make-up for half an hour every morning and straighten their hair? Or why the young girls somehow all look the same - same clothes, same make-up, same hairstyle? Where is the voluntariness when capitalism and the media tell you what to look like? What is beautiful and what is not? What is too thick and what is too thin? Times and fashion are constantly changing, it's not worth it to run after something transient like fashion... 

I would rather be a servant of Allah than a slave to Satan (the media, society, fashion ...). In Islam, every woman should wear hijab. Because it's beautiful. Because we women are beautiful. Allah created us human beings beautiful and through hijab we are honored and recognized as free honorable women. And that is an honor and a pride and not a humiliation. Humiliation and oppression is it to walk away (with yourself and your appearance) from the path of Allah. This is the real loss.






Dienstag, 22. Oktober 2019

Ein eigenes Pferd - Erstausstattung Reiter & Pferd

Assalamu aleikum,



gesatteltes und getrenstes Pferd - fertig zum Losreiten. 


sicher wünschen sich viele von euch ein eigenes Pferd. Wenn es dann endlich soweit ist, ist man dann meist total überfordert was man denn alles kaufen soll... Meistens kauft man zu viel oder Sachen, die man sowieso nicht braucht. Diese kleine Liste soll helfen, einen Überblick über die wichtigsten Anschaffungen zu geben. Dabei ist es egal, ob man die Sachen neu oder gebraucht kauft. (ok, die Leckerlies sollten dann schon neu sein, und nicht "gebraucht" ;-) 


Erstausstattung Reiter

Reithose
Reithelm
Reitrock
Reithandschuhe
Reitstiefel 



Dieser vollbepackte Rollwagen ist nur ein Bruchteil von dem, was die meisten Reiter so im Schrank haben - das Meiste davon ist überflüssig.


Erstaustattung Pferd

passendes Halfter
Führstrick
Putzkasten (Bürste, Hufkratzer etc...ok, Putzsachen bitte auch NEU kaufen - man weiß schließlich nicht, was der Vorbesitzer so für Parasiten im Fell hatte...)
Trense (d.h. Zaumzeug inklusive Zügel und Gebiss) 
passender Sattel inklusive Steigbügel
Schabracke, 2 mal
Lederreinigungsset (für Sattel, Trense und Reitschuhe)
Leckerlies 
Abschwitzdecke
Salzleckstein
altes Handtuch (zum Trocknen des Pferdes oder der Ausrüstung, gerne auch mehrere und ein paar alte Lappen - man braucht sie immer)
Gerte ( zum Reiten, für die Bodenarbeit, etc) 
Longe (ein langes Seil sprich Longe kann man immer gebrauchen - nicht nur zum Longieren)


Schön ist es, wenn man Putzsachen gleich im Set kaufen kann - da ist meist alles dabei und bei einer einheitlichen Farbe verliert man auch nicht den Überblick. 


Nun kommen wir zu der Liste der Sachen die man NICHT braucht, zumindest nicht direkt am Anfang: 

Gamaschen, 348 Schabracken, 7 Halfter in bunten Farben, Reitschutzweste, Reflektorenset für Pferd und Reiter, Hufglocken, 80 Sorten Mineral- und Spezialfutter, Huffett, glitzernde Stirnriemen für die Trense, swarovskisteinbesetze Winterdecke von Designer XY ...und so weiter... (klar kann man die Sachen trotzdem alle kaufen - nötig sind sie aber nur in den wenigsten Fällen)


Ein schickes Halfter farblich angepasst zur Decke sieht hübsch aus - dem Pferd allerdings ist es ziemlich egal, ob das Halfter 5 oder 55 Euro gekostet hat. 

Dann ist da noch die Sache mit dem Erste Hilfe Set... Eins zu besitzen ist definitiv nicht falsch, jedoch hat in den meisten Fällen jeder Pensionsstall sowas im Schrank. Für die meisten kleinen Verletzungen reicht sauberes Wasser und ein trockenes Tuch zum Reinigen. Jedoch schadet es nie, Mullbinde, Retterspitz, Desinfektionsmittel, Wattebausch, Schere, Klebeband etc griffbereit zu haben. Vielleicht braucht ihr die ein oder andere Sache doch nicht, oder es fehlt etwas in der Liste, dann bitte ergänzen. 

So, und im Zweifelsfall, falls das jetzt doch alles zu viel auf einmal ist zum kaufen, hier nochmal die Sachen die ihr wirklich unbedingt sofort haben müsst, wenn ihr euer neues Pferd in den Stall holt: Halfter, Führstrick, Hufkratzer, Bürste. Alles andere kann man auch später kaufen ;-) 

So und nun wünsche ich allen Neu-Pferdebesitzern viel Spaß beim Shoppen :-D 

Ausritt mit Überraschung

  Assalamu aleikum,  auf meiner Suche nach neuen Ausreitmöglichkeiten habe ich einen schönen und gepflegten Reitstall in Gammarth, Tunis, ge...