Mittwoch, 10. Juni 2020

Warum ich als Muslim Pferde liebe... Why I do love horses as a muslim...

Assalamu aleikum, 


(English version below)

ich liebe Pferde schon seit ich denken kann... und speziell als Muslima habe ich noch ein paar mehr Gründe Pferde zu lieben... :-)

Frau im Niqab reitet auf einem Pferd und muslimischer Mann führt es am Halfer


*weil es eine Sure über Pferde im Koran gibt

*weil Allah Pferde extra für uns erschaffen hat und sie uns dienstbar gemacht hat

*weil mir die Allmacht Gottes deutlich wird, wenn ich daran denke, wie leicht sich eine halbe Tonne Muskelpaket von Pferd zähmen lässt obwohl es mich mit Leichtigkeit töten könnte

*weil ich mich an die glanzvollen Zeiten des Islams erinnere, wenn ich auf Pferden reite, so wie die Araber früher

*weil der Prophet, Frieden und Segen auf ihm, und die Sahaba auf Pferden ritten 

*weil es für das Trainieren von Pferden Belohnung gibt

*weil in den Pferden Gutes ist bis Yaum al Qiyama 

*weil es Dua (Bittgebete) gibt die man sagen kann wenn man auf ein Pferd aufsteigt oder beim Reiten und die ich sonst nicht so verwenden könnte - beim Auto fahren sind sie nur halb so schön (es handelt sich um die Dua die man sagt wenn man auf sein Reittier aufsteigt oder in ein Transportmittel einsteigt zB ein Auto)

*weil ich an die Pferde im Paradies denke, welche aus Rubinen sind und fliegen können 



Junger Mann in traditioneller Kleidung und saudischer Flagge auf einem Araberpferd.


English version: 

Assalamu aleykum,


I've loved horses since I can remember ... and especially as a Muslim, I have a few more reasons to love horses ...


* because there is a sura about horses in the quran

* because Allah created horses especially for us and made them obedient

* because the omnipotence of God becomes clear to me when I think of how easily half a ton of muscle (a horse) can be tamed, even though it could easily kill me

* because I remember the glorious days of Islam when I ride horses, like the Arabs did before

* because the Prophet, peace and blessings be on him, and the Sahaba rode on horses

* because there is a reward for training your horse

* because there is kheir (good, blessing) in the horses until Yaum al Qiyama

* because there are dua (supplications) that you can say when you get on a horse or while riding and that I could not use otherwise - when driving a car they are only half as nice (there is a dua that one can say if he rides his riding beast or get into a car)

* because I think of the horses in paradise, which are made out of rubies and are able to fly




Freitag, 3. April 2020

Reitkleidung für Muslime - Neu 2020 * Equestrian clothing for muslims

Assalamu aleikum,


(English version below the pictures) 

in den letzten Monaten habe ich intensiv an einem neuen Reitoutfit gearbeitet. Ich habe Entwürfe erstellt, gezeichnet und gemalt, neue Schnitte und Formen ausprobiert. Dabei unterstützt hat mich meine Freundin Emira. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an sie:-) Nachdem die Idee für ein Outfit bestehend aus Kopftuch, Hemd und Rock soweit fertig war, habe ich diese an meine Schwiegermutter in Tunesien weitergeleitet. Ich habe ihr meine Zeichnungen mitgegeben sowie ein paar alte Kleidungsstücke als Modell. Zwischendurch hat sie mich immer mal wieder angerufen, wenn sie neue Stoffe gekauft hat oder eine Frage zu den Größen hatte. Die Kleidung wurden von einer sehr netten Schneiderin dort persönlich von Hand gefertigt. Möge Allah sie reichlich belohnen für ihre Mühen!

Ich habe auch versucht, möglichst gut auf Farbwünsche einzugehen. Nun ist es endlich soweit und der erste "Prototyp" ist fertig und liegt mir in den Händen. Es ist natürlich nicht perfekt, aber schon viel besser als das letzte Mal. Diesmal gibt es ein komplettes Set: Kopftuch, Hemd und Reitrock. Das Kopftuch habe ich an der Stirn etwas enger schneidern lassen, damit es die Haare auch sicher abdeckt. Dem Rock sind Druckknöpfe hinzugefügt worden, damit er auch richtig schließt, wenn man ihn gerade nicht zum Reiten benutzt. Bitte dran denken die Knöpfe vor dem Aufsteigen zu öffnen;-) Das Hemd war eine ganz neue Idee: es sollte leicht luftig und weit sein, nicht zu lang und nicht zu kurz, sowie einfach an- und auszuziehen sein. Kopftücher und Hemden haben eine Einheitsgröße und sind extra weit geschnitten, sodass viel Spielraum bleibt. Die Röcke werden standardmäßig mit den Maßen 80-90 gefertigt (Taille 80 cm, Länge Bund bis Fußknöchel 90 cm), können aber ohne Probleme individuell angepasst werden. (Zum Beispiel 70-90, 100-95, 80-100.....). Da der Bund jedoch aus einem breiten Gummi besteht, ist hier relativ viel Spielraum für ein paar Kilo mehr oder weniger;-)

Die Röcke und Hemden kann man für jeweils 40 Euro kaufen, Kopftücher für 10 Euro (ohne Versand). Demnächst ist geplant, dass ich die Kleidung nicht mehr ausschließlich auf Bestellung schneidern lasse, sondern "auf Risiko" Kleidung in verschiedenen Farben anfertigen lasse, sodass ich immer einiges an Kleidung hier in Deutschland verfügbar habe und sofort verschicken kann und somit lange Wartezeiten verhindert werden. Individuelle Wünschen und Bestellungen werden natürlich weiterhin entgegen genommen.

Hier einige Bilder: 



komplettes Set bestehend aus Hemd, Rock und Khimar





Ärmel 

Ansicht von hinten


Vorbereitung ist die halbe Arbeit... Meine Skizzen und Ideen vor einigen Monaten




Das Kopftuch ist ein Einteiler und ist aus reiner Baumwolle

Die Hemden sind aus glattem, feinen Stoff und sehr leicht. Garantiert kein Polyester!

ein gestreiftes Hemd in dunkelblau-weiß

Reitrock in hellgrün

Reitröcke fertig verpackt für den Versand - fehlt nur noch das Paket...

Hemden mit passenden Kopftüchern dazu

türkises Hemd, die Hemden sind hinten länger als vorne

Halsausschnitt eines Hemdes mit Knöpfen



Die Reitröcke haben alle vorne und hinten an den Öffnungen jeweils einen Druckknopf

ein breiter Gummibund garantiert sicheren Halt

Druckknopf

Hemd in blau

so viele Farben... 

Röcke in verschiedenen Farben und Größen

nochmal ein Foto vom Rock bzw den Knöpfen


komplettes Outfit

beim Laufen verschließt man den Rock vorne und hinten mit dem Druckknopf und so kann man auch bei Wind spazieren gehen ohne dass alles wegfliegt 
Der Reitrock fällt zu beiden Seiten am Bein des Reiters hinab und das weite Hemd bedeckt den Oberkörper



Rock, Hijab und Hemd beim Reiten


komplettes Outfit grün/gestreift

Seitenansicht Reitrock und Bluse



English version: 

Assalamu aleykum, 


In the last few months I have been working on a new riding outfit. I have created, drawn and painted designs, tried out new cuts and shapes. My friend Emira supported me in this. At this point, thank you again :-) After the idea for an outfit consisting of a headscarf, a shirt and a skirt was ready so far, I passed it on to my mother-in-law in Tunisia. I gave her my drawings and some old clothes that should serve as a design model. In between, she called me sometimes when she bought new fabrics or had a question about the sizes.
The clothes were personally made by hand by a very nice seamstress. May Allah richly reward them for their efforts!

I also tried to respond to color requests as well as possible. Now the time has finally come and the first "prototype" is finished and is in my hands. It's not perfect, of course, but it's a lot better than last time. This time its a complete set: headscarf, shirt and riding skirt. I had the headscarf made a little closer at the forehead so that it covers the hair safely. Push buttons have been added to the skirt so that it closes properly when not in use for riding. Please remember to open the buttons before getting on ;-) The shirt was a completely new idea: it should be light and airy, not too long and not too short, and easy to put on and take off. Head scarves and shirts are "one size" and are cut extra wide. The skirts are made as standard with the dimensions 80-90 (waist 80 cm, length waist to ankle 90 cm), but can be individually adjusted without problems. (For example 70-90, 100-95, 80-100 .....). However, since the waistband is made of a wide elastic strap, there is a lot of room for a few pounds more or less ;-)


The skirts and shirts can be bought for 40 euros each, head scarves for 10 euros (without shipping). It is soon planned that I will no longer have the clothes tailor-made to order, but will have clothes made in different colors "at risk", so that I always have a lot of clothes available here in Germany and can send them immediately, thus avoiding long waiting times. Individual requests and orders will of course continue to be accepted.


Please take a look at the pictures above. 

(this text was translated by google translator as usually and then edited and corrected by myself)
















Donnerstag, 12. März 2020

Der Reitsport in Deutschland und die Muslime * Muslim equestrian situation in germany

Assalamu aleikum,




English version below!

heute möchte ich meine Gedanken zum Thema Reitsport in Deutschland mit euch teilen, aus muslimischer Sicht. Pferde und Reitställe gibt es alhamdulillah nahezu in jedem Dorf und jeder Stadt, und dennoch scheint es meist schwer und unerreichbar, der Traum vom Reiten... Es werden einem so viele Hürden und Steine in den Weg gelegt, dass manch einer den Traum vom Reiten gleich begräbt. Gehen wir von den zwei möglichen Ausgangspositionen der Reiter aus: Man hat ein eigenes Pferd oder man hat kein eigenes Pferd.
Gehört man zu der ersten Gruppe, hat man es in zwei Fällen noch relativ leicht: Man hat genug Geld, Zeit und ein Auto, oder man hat einen eigenen Stall. Dann hat man mit dem "komischen Reitervolk" relativ wenige Berührungspunkte bzw. kann den Stall einfacher wechseln wenn es einem nicht gefällt. Viele Pferdebesitzer sind aber mit ihrem Hobby Pferd immer knapp bei Kasse, haben auch vielleicht nicht immer ein Auto, und sind so in der Stallsuche relativ eingeschränkt. Dazu kommt die mangelnde Kompromissbereitschaft vieler Stallbetreiber. Die Höfe haben viel Platz und viele Wiesen, aber für das Pferd einer Muslima ist dann doch kein Platz mehr frei. Lieber werden zwei freie Boxen als Strohlager benutzt. Und ein Pferd alleine auf eine freie Wiese neben den anderen Pferden stellen weil keine Box mehr frei ist? Nein, das ist unmöglich. Das wäre ja nicht pferdegerecht - die anderen Pferde aber alle in der Box einsperren, das ist in Ordnung. Oder der Pferdebesitzer möchte mehr oder weniger Kraftfutter füttern, nein das geht nicht: Jedes Pferd bekommt das gleiche und basta. Man möchte sein Pferd im Sommer nachts auf der Wiese lassen? Nein, auch das geht nicht. Nicht einmal in Ruhe sein Pferd reiten kann man in manchen Ställen: ständig wird man beobachtet und es wird einem vorgeschrieben, wie man sein Pferd zu behandeln und zu reiten hat. Reitet man es selten, wird einem unterstellt, nicht genug Zeit fürs Pferd zu haben und es zu unterfordern, reitet man oft, ist das arme Pferdchen überlastet. In einigen Ställen nehmen die Lästereien überhand. Hat der Reiter einmal seinen bequemen Stall gefunden, oder vielleicht sogar seinen eigenen, ist es leicht, auf den anderen rumzuhacken, die es nicht so einfach haben. Die aus privaten Gründen eben nicht einfach mal einen anderen Stall suchen können, oder die es schwer haben, einen guten Stall zu finden, wo es Pferd UND Reiter gut geht. Selbst ist man nicht bereit, zu helfen, aber die anderen kritisieren, das können die meisten sehr gut.

Hat man kein eigenes Pferd und möchte Reitstunden nehmen oder auf einem Leihpferd/ einer Reitbeteiligung reiten, hat man es leider auch nicht einfach. Einer Muslima scheint man nicht zuzutrauen, dass sie reiten kann. Dass sie reiten DARF. Denn merke: Eine Muslima muss immer erst ihren Mann fragen, bevor sie den nächsten Atemzug nehmen darf * Ironie aus*. Hat die pferdeliebende Muslima dann endlich eine Reitschule oder ein Pflegepferd gefunden, kommt das nächste Problem: Mit dem Reitrock reitest du aber nicht hier, das ist viel zu gefährlich! Das Pferd könnte sich erschrecken wenn deine langen Kleider flattern! Und überhaupt: mit der weiten Kleidung am Bein und am Oberkörper kann man ja gar nicht sehen, ob du richtig auf dem Pferd sitzt! "
Im Allgemeinen wird muslimischen Frauen so einiges unterstellt, zum Beispiel dass sie kein Geld hätten um das Hobby Pferd zu bezahlen, dass sie mit "diesem Outfit" nicht richtig reiten könnten, und dass sie es sowieso niemals schaffen, irgendetwas im Leben zu erreichen, solange sie ein Kopftuch tragen.

Doch wir erreichen viel. Denn unser Ziel ist nicht das diesseitige Leben, unser Ziel ist das Paradies. Und mit jeder Erschwernis, mit jedem herabwürdigen Spruch von jenen, die uns meiden, mit jedem Stein, der uns in den Weg gelegt wird aufgrund unserer Religion, kommen wir unserem Ziel ein bisschen näher. Denn Allah liebt die Gottesfürchtigen und Allah ist mit den Geduldigen.

Es gibt schöne Ställe, nette tolerante Stallbesitzer und auch freundliche Reitbeteiligungen und Reitschulen. Doch sind diese leider oft in der Minderheit. Gerade als Muslim wird man als Außenseiter behandelt. Man passt eben nicht so gut rein, in die schöne heile Reiterwelt. Eine Muslima will man in Aldi an der Kasse sehen, am Hauptbahnhof, beim Arbeitsamt, als Putzfrau, oder ganz weit weg im Orient. Aber bitte nicht in einem deutschen Reitstall. Da gehört eine Muslima nicht hin. Aber warum denn nicht? Reitende Muslime sind eine ganz kleine Minderheit in diesem Land, noch eine kleinere Minderheit als Muslime allgemein. Und viele Menschen wollen mit Menschen einer anderen Religion, Hautfarbe oder Kultur eben nichts zu tun haben, weil sie in ihnen einen Eindringling sehen, jemanden, der ihnen einen Spiegel vorhält, dass man auch anders leben kann, als sie es gewohnt sind.

Man stelle sich eine Frau vor, nennen wir sie beispielsweise Monika, die einen normalem Bürojob nachgeht, danach in ihren SUV steigt und Richtung Reitstall fährt. Vorbei durch den Stau der Großstadt, vorbei an den vielen Ampeln. Ab und zu sieht sie auf der Straße ein paar Frauen mit langen Gewändern laufen oder Männer mit Bart vor der Moschee stehen. Das ist eine fremde Welt für sie, eine fremde Welt, mit der sie nichts zu tun haben will. Sie fährt weiter auf die Autobahn und nimmt die zweite Ausfahrt Richtung Reitstall. Endlich ist sie am Stall angekommen, wo ihr hübscher Palomino Wallach sicher schon auf sie wartet. Hier kann sie abschalten. Hier kann sie den Alltagsstress hinter sich lassen. Sie steigt aus ihrem Auto aus, betritt die Stallgasse und da ist es. Wie geschockt steht sie da. Wer ist das, diese fremde Frau mit dem langen Kopftuch, mit dem langen grünen Kleid, die an der Box neben ihrem Pferd steht und dem neuen Pferd im Stall Möhren füttert?
Sie sagt erstmal nichts. Bestimmt nur eine Besucherin, die vielleicht Reitstunden nehmen will. So kann sie jedenfalls nicht hier reiten, der Stallbetreiber wird sie sicher ablehnen, denkt Monika und geht zu ihrem Wallach. Die junge Frau mit dem Kopftuch dreht sich um, lächelt sie an, sagt freundlich hallo. Monika antwortet aus Höflichkeit: "hallo, bist du die Pflegerin für unser neues Pferd, das gestern angekommen ist?". Die Frau lacht; "nein das ist mein eigenes Pferd, wir sind gestern erst spät angekommen. Ich bin in diesen Stall umgezogen, weil ihr so eine schöne Reithalle habt. Hier kann ich mit meinem Pferd besser trainieren. Und hier kommen die Pferde auch täglich auf die Weide, nicht so wie in meinem alten Stall..." Monika schluckt. Was macht diese Frau aus dieser fremden Welt hier? Warum ist sie hier?
Da kommt ihre Kollegin Sandra um die Ecke. "Hi Monika, da hast du ja schon unsere Neue kennengelernt. Sie heißt Fatima und hat ein ganz tolles Pferd. Sie ist total nett, ich bin froh, dass sie so einen schönen Stall hier bei uns gefunden hat."

Diese kleine Geschichte dient als Fallbeispiel und steht für viele. Man ist es hier nicht gewohnt, dass Muslime in Milieus eintreten, die vorher nur dem 0815 Deutschen vorbehalten waren. Diese fremde Welt des Islams dringt ein an einem Ort, der von kitschigen Wendy Klischees umgeben ist - und in einem Wendy Heft kommt keine Burka vor. Die Burka ist im Orient, ganz weit weg. Da ist nun diese neue Muslima am Stall, die mit dem Kopftuch. Ob sie nun für einen Besuch kommt, Reitstunden nimmt, ein Pflegepferd hat oder ein eigenes in Pension einstellt, sie ist nun mit dabei, in einer Welt, in der man keine Muslime kannte. Sie reitet gut, trotz ihrer Kleidung, sie nimmt nicht beim Grillfest am Stall teil, weil das Fleisch nicht halal ist, sie übernimmt an Weihnachten und Sylvester den Stalldienst, weil sie sowieso nicht feiert, sie steht in der Scheune beim Strohlager und betet, über ihrem Sattel hängt der Gebetsteppich. Sie redet mit ihrem Pferd auf einer fremden Sprache und das Tier scheint es zu verstehen und sie ruht in sich selbst. Sie lästert nicht über die anderen Reiter, sie denkt immer einen Schritt voraus, sie behält die Ruhe auch ins schwierigen Situationen. Sie raucht nicht im Reiterstübchen und sie trinkt auch kein Bier auf dem Sommerfest. Eigentlich ist sie nur wegen dem Pferd am Stall, verschwendet ihre Zeit nicht mit Lästern, und im Ramadan verschwindet sie spätestens eine halbe Stunde vor der Dunkelheit wieder nach Hause. Dafür ist sie oft früh da, im Sommer, nach dem Morgengebet. Sie ist nicht immer um 16 Uhr am Stall wie die anderen, sie ist "nach Dhuhr" oder "bis Asr" am Reitstall. Im Sommer ist nach Asr dann 19 Uhr, im Winter ist es 15 Uhr. Sie trägt auch eine neue Reithose, aber die kann man nicht sehen, denn die ist unter dem langen Reitrock versteckt. Außer dass ein bisschen Dreck und Stroh ihre Kleider bedeckt, kann man nicht erkennen, dass sie Reiterin ist. Außer an den Stiefeln vielleicht - die zieht sie zum Beten dann aus. Steigt sie auf ihr Pferd, sagt sie nicht Hü sondern Bismillah.

Willkommen in dieser neuen, fremden Welt.
Inmitten dieser Pferdeherde
Egal wie verschieden wir sind, was uns eint in dieser Reiterwelt,
das sind unsere geliebten Pferde,
die uns als Vorbild dienen sollten,
was Toleranz und Respekt angeht.
denn das ist es doch, was wir immer wollten.
Inmitten dieser schönen heilen Reiterwelt
taucht diese Muslimin auf, mit ihrem langem Schleier
und ist dabei, und unser Vorurteil verfällt
sobald sie uns anlächelt
und sagt
Willkommen in meiner Welt!




English version:

Today I would like to share my thoughts on equestrian sports in Germany with you (from a muslim perspective). In almost every village and town there are horses and riding stables, however, the dream of riding seems mostly difficult and  unattainable... Let's start from the two possible starting situations for a rider: you have your own horse or you don't have your own horse.

If you belong to the first group, it is still relatively easy in two cases: you have enough money, time and a car, or you have your own stable. Then you have just a few points of contact with the "weird horsemen" or you can move to another stable more easily if you don't like the first one. However, many horse owners are always short of money with their hobby "horse", and may not always have a car, and are therefore relatively restricted in finding a good stable. In addition, many barn operators are unwilling to compromise. The riding stable may have a lot of stables and pastures, but there is no space left for a Muslim woman's horse. It is better to use two free boxes as straw storage. And put a horse alone on a free meadow next to the other horses because there is no horse box left? No, it is impossible. That would not be horse-friendly - but locking up the other horses in the boxes is okay. Or the horse owner would like to feed more or less hay, no that is not possible: every horse gets the same and thats it. Would you like to leave your horse on the meadow at night in summer? No, that doesn't work either. In some stables you cannot even ride your horse in peace: you are constantly being watched and prescribed how to treat and ride your horse. If you seldom ride it, it is assumed that you do not have enough time for the horse and if you do ride often, the poor horse is overworked.
Nevertheless, there are of course good barns here. Once the rider has found his comfortable stable, or maybe even owns his own, it is easy to bully those who are in trouble in finding a good stable to do riding sport. Some people can't just look for another stable or are having a hard time finding a good stable where horse AND rider are doing well. Some people are not ready to help those who are in need, but are very good at criticizing others.


If you do not have your own horse and would like to take riding lessons or ride a rental horse / riding participation, it is unfortunately not easy. Some people don't seem to be able to trust a Muslim woman to ride a horse. Because: A Muslim  woman always has to ask her husband before she can take the next breath * irony off *. If the horse-loving Muslim woman has finally found a riding school or a care horse, she faces the next problem, people will tell her: "But you are not riding here with a riding skirt, it is far too dangerous! The horse could be startled if your long clothes flutter! And anyway: with the wide clothing on the legs and on the upper body, I can’t see if you’re sitting properly on the horse! "

In general, Muslim women are accused of a lot, for example that they have no money to pay for the hobby horse, that they cannot ride properly with "this outfit", and that they will never be able to achieve anything in their life as long as they are wearing a headscarf.


But we achieve a lot. Because our goal is not this worldly life, our goal is paradise. And with every complication, with every derogatory look, with every stone that is put in our way because of our religion, we are getting a little closer to our goal. Because Allah loves those who fear God and Allah is with the patient ones.


There are beautiful stables, nice tolerant stable owners and friendly riding participations and riding schools here. Unfortunately, these are often in the minority. Especially as a Muslim, you are treated as an outsider. You just do not fit in so well, in the beautiful, intact riding world. People want to see a Muslim woman in the supermarket at the cash register, at the main train station, as a cleaning lady, or very far away in the Orient. But not in a German riding stable. A Muslim woman doesn't belong there. But why not? Riding Muslims are a very small minority in this country, still a smaller minority than Muslims in general. And many people do not want to have anything to do with people of another religion, skin color or culture because they see them as an intruder. They do not want to look in the mirror.

Imagine a woman, let's call her Monika, for example, who normally does her job in an office, then drives in her big car towards the riding stable. Driving past the traffic jams of the big city, past the many traffic lights. From time to time, she sees a couple of women with long robes running on the street or men wearing a beard standing in front of the mosque. It is a strange world for her, a strange world with which she does not want to have anything to do. She continues on the motorway and takes the second exit towards the riding stable. She has finally arrived at the stable, where her handsome palomino gelding is sure to be waiting for her. Here she can switch off. Here she can leave stress and troubles behind. She gets out of her car, enters the barn and there it is. She stands there in shock. Who is this, this strange woman with the long headscarf, with the long green dress, who stands at the stall next to her horse and feeds carrots to the new horse in the stable?

Monika doesn't say anything at first. She is just thinking: This muslim woman is only a visitor who might want to take riding lessons. She can't ride here anyway, the riding instructor will definitely reject her. Suddenly, the young woman with the headscarf turns, smiles at her and says hello in a friendly way. Out of courtesy, Monika replies: "Hello, are you the groom for our new horse that arrived yesterday?" The woman laughs; "No, that's my own horse, we arrived late yesterday. I moved to this stable because you have such a nice riding hall. Here I can train better with my horse. And here the horses can run free on the pasture every day, not like in my old stable ... " Monika does not know what to say. Why is she here? 
Her colleague Sandra comes around the corner. "Hi Monika, you already met our new one. Her name is Fatima and she has a really great horse. She is really nice, I am glad that she found such a nice stable here with us."


This little story is a case example and stands for many. It is not used here for Muslims to enter milieus that were previously reserved only for non-muslims. This strange world of Islam penetrates in a place that is surrounded by kitschy Wendy clichés - and there is no burqa in a Wendy magazine. The burqa is far away in the Orient. There is this new Muslim woman at the stable, the one with the headscarf. Whether she comes for a visit, takes riding lessons, has a care horse or retires her own, she is now there in a world where no Muslims were known. She rides well, despite her clothes, she does not take part at the barbeque party because the meat is not halal, she does the stable work on Christmas and New Year's Eve because she does not celebrate anyway, she stands in the barn and prays. The prayer rug hangs down from her saddle. She talks to her horse in a foreign language and the horse seems to understand her. She doesn't blaspheme about the other riders, she always thinks one step ahead, she keeps calm even in difficult situations. She doesn't smoke and she doesn't drink beer at the summer party. Actually, she is only at the stable because of the horse, does not waste her time with blasphemy, and in Ramadan she disappears at the latest half an hour before sunset. For that she visits the stable often very early in summer, after morning prayer. She is not always at 4pm at the stable like the others, she is "after Dhuhr" or "until Asr" at the riding stable. After Asr in summer it is 7 pm in winter it is 3 pm. She also wears new breeches, but you can't see them because they are hidden under the long riding skirt. She can be identified as a rider just because  a bit of dirt and straw are covering her clothes. And the boots - she takes them off for prayer. If she gets on her horse, she says Bismillah.


Welcome to this new, strange world.
In the middle of this herd of horses
No matter how different we are, what unites us in this equestrian world,
these are our beloved horses,
that should serve as a role model
in terms of tolerance and respect.
because that's what we always wanted.
In the middle of this beautiful, healthy riding world
this muslim woman appears with her long veil
and is there, and our prejudice lapses
as soon as she smiles at us
and says
Welcome to my world!








Dienstag, 7. Januar 2020

Warum Reiten mit Hijab besonders ist...* Riding horses as a hijabi is something special

Assalamu aleikum meine Schwestern, 



Niqabi ganz in weiß auf einem schwarzen Pferd

(English version below!)

ich finde, dass Reiten mit Hijab etwas Besonderes ist. Wir, die reitenden muslimischen bedeckten Frauen, sind etwas Seltenes. Ich merke immer wieder, dass Menschen von Pferden fasziniert werden, und ganz besondere Aufmerksamkeit wird einem gewidmet, wenn man eben nicht dem Klischee entspricht: Für mich ist es normal, mit Kopftuch zu reiten, doch andere, die mich dabei sehen, sind oft erstaunt und finden, dass es etwas Besonderes ist. Und das ist es auch! Warum? 



steigendes geschmücktes Pferd mit Reiterin auf dem Rücken



...
Weil nichts so schön aussieht wie eine Frau die sich verschleiert und ihre Kleider im Wind dahinfliegen während sie galoppiert.
Weil dir jeden Moment bewusst wird, dass Allah die Pferde in perfekter Gestalt erschaffen hat und uns Menschen dienstbar gemacht hat.
Weil diese wundervollen Wesen uns so viel geben können und wir niemals aufhören der Allmacht Allahs zu gedenken wenn wir sie anschauen, mit welcher Anmut sie sich bewegen.. 
Weil eine Reiterin in Hijab auf einem schönen Pferd an die alten Zeiten der Araber erinnert die auf ihren stolzen Pferden durch die Wüste ritten...
Wenn du spürst, dass dein Körper mit dem des Pferdes zusammenzuwachsen scheint und den Atem deines Pferdes spürst wie es sich unter dir bewegt und dir klar wird, dass Allah zu allem die Macht hat... 
Warum Er uns ausgerechnet die Pferde, Esel, Maultiere und Kamele dienstbar gemacht hat und nicht Rehe, Zebras und Kühe zum Reiten auserwählt hat.... 
Weil man sich wunderbar leicht fühlt auf dem Pferd und das Gefühl hat man könnte fliegen und dein Kleid wie große Flügel um das Pferd wehen und du denkst an das Paradies und dass es dort fliegende Pferde aus Rubin geben wird für die gottesfürchtigen Muslime... 




Pferd und Reiterin machen einen Ausflug am Strand - die Kombination dieses Fotos aus schwarzem Pferd, blauem Meer und ganz in weiß gekleideter Muslima sieht einfach wunderschön aus allahumma baarik



Subhanallah, Reiten ist doch etwas Wunderschönes! Wir sollten Allah dafür jeden Tag dankbar sein, dass er uns dies ermöglicht hat, und wenn wir noch nicht reiten, ihn darum bitten, es uns leicht zu machen! 

Dieses wunderschöne Gefühl, wenn man auf einem Pferd reitet, und es fast nur mit seinen Gedanken steuert. Zwei total unterschiedliche Lebewesen, die auf völlig verschiedene Arten kommunizieren, verstehen sich plötzlich. Auf einmal spricht man selbst und das Pferd ein und dieselbe Sprache. Man versteht sich. Jeder spricht auf seine Art, und doch versteht man den anderen, als würde er in seiner Sprache sprechen. Wir Menschen lernen, die Pferde zu verstehen, ihre Sprache zu verstehen... Und auch die Pferde haben gelernt, die Sprache der Menschen zu verstehen. Sie spüren genau, ob wir selbstbewusst sind oder eher schüchtern, und ob wir etwas ernst meinen oder scherzen. Menschen lassen sich schnell von Äußerlichkeiten täuschen. Pferde nicht. Solch große, kraftvolle Wesen bleiben brav still stehen, wenn wir sie satteln, obwohl sie in freier Wildbahn sofort flüchten würden, wenn Ihnen etwas auf dem Rücken liegt ("eine Wildkatze ihnen auf den Rücken springt um sie zu fressen"). Sie lassen sich von uns durch leichteste Bewegungen lenken und tragen uns, wohin wir wollen. 

Und warum? Es ist nicht wegen der Erziehung, der Domestizierung, des Trainings und so weiter... All diese Dinge spielen sicherlich eine Rolle, aber an erster Stelle und vor allem ist es deswegen, weil Allah die Pferde so erschaffen hat. Er hat sie uns dienstbar gemacht, und nur durch seinen Willen sind die Pferde gefügig und zähmbar. 
Ein Pferd, dass seinen Herrn (Allah) kennt, der es erschaffen hat, und eine Dienerin Allahs, eine Muslima, die auf diesem reitet: So eine schöne Verbindung, die einem nur klar werden kann, wenn man seinen Herrn kennt. 

Oh Menschen, denkt darüber nach, wie es sein kann, dass ein so großes starkes Tier, dass euch mit Leichtigkeit töten könnte, sich von euch an einem dünnen Strick führen und reiten lässt? Nur mit Allahs Willen ist dies möglich. Das Reiten auf einem Pferd alleine sollte ausreichen, um den Menschen vom Islam zu überzeugen. So viele Zeichen sind in den Himmeln und auf der Erde, Allah hat uns die ganze Erde und Tiere dienstbar gemacht, wie kann es denn sein, dass wir seine Wohltaten verleugnen?  
Ein gutes, schnelles, gehorsames Pferd ist ein Segen Allahs. 
Oh Allah, segne die Muslime und vergib ihnen und schenke dieser Umma gute Pferde und segne sie! 



English version*:

Assalamu aleykum my beloved sisters,

I think that riding with hijab is something special. We, the riding muslim women, are rare. I keep noticing that people are fascinated by horses, and special attention is given to you if you don't conform to the cliché: it is normal for me to ride with a headscarf, but others who are looking at me are often amazed and think it's something extraordinary. And that's how it is! Why...?
...Because nothing looks as beautiful as a woman who veils herself and her clothes fly in the wind while galloping.
Because at every moment you become aware that Allah created horses in perfect shape and made them obedient to us... Because these wonderful beings can give us so much and we never stop remembering the omnipotence of Allah when we look at them, with what a grace they are moving.
Because a rider in hijab on a beautiful horse recalls the foregone times of the Arabs who rode through the desert on the back of their proud horses ...
When you feel that your body seems to grow together with that of the horse and you feel your horse's breath as it moves beneath you and you realize that Allah has power over everything ...
When you think about why Allah made us use horses, donkeys, mules and camels as riding animals and didn't choose deer, zebras and cows for riding ...Riding with hijab is special because you feel wonderfully light on the horse and you have the feeling that you can fly and your dress flies like big wings around the horse and you think about paradise and that there will be flying horses made out of ruby ​​for the god-fearing Muslims ...

Subhanallah, praise be to Allah: riding is beautiful! We should be thankful to Allah every single day for making this easy for us, and if we are not riding yet, we should ask Him to make it possible for us!
This wonderful feeling when you ride a horse and control it almost entirely with your thoughts. Two totally different creatures that communicate in completely different ways suddenly understand each other. Suddenly, you and the horse speak the same language. Everyone speaks in their own way, and yet one understands the other as if he spoke in his native language. We humans learn to understand the horses, to understand their language ... And the horses have also learned to understand the language of the people. They feel exactly whether we are confident or rather shy, and whether we are serious or just joking. People are so easily fooled by appearances. Horses don't. Such large, powerful beings will stand still when we saddle them, although they would flee in the wild immediately if something were lying on their back ("a wildcat jumps on their back to eat them"). They can be guided by us with the slightest movements and carry us wherever we want.

And why? It's not because of the domestication, training, and so on ... All of these things certainly matter, but first and foremost, it's because Allah created the horses that way. He made them usable, and only by his will are the horses docile and tame.
A horse that knows its master (Allah) who created it and a servant of Allah, a Muslim woman who rides on it: Such a beautiful connection that you can only understand if you know your master.

Oh people, think about how it can be possible that such a big strong animal that could easily kill you will let you guide it just with a pair of reins? This is only possible with Allah's will. Riding a horse alone should be enough to convince people of Islam. So many signs are in the heavens and on earth, Allah has made us the whole earth and animals serviceable, how can it be that we deny his benefits?
A good, fast, obedient horse is a blessing from Allah.

Oh Allah, bless the Muslims and forgive them and give this Ummah good horses and bless them!

*(for translating my texts I use Google Translator and Linguee as a help)









Ausritt mit Überraschung

  Assalamu aleikum,  auf meiner Suche nach neuen Ausreitmöglichkeiten habe ich einen schönen und gepflegten Reitstall in Gammarth, Tunis, ge...